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Kommunale Förderung und Öffentlichkeitsarbeit

Neben rechtlichen Instrumenten und der Umsetzung im eigenen Einflussbereich setzen viele Kommune auf Faktoren wie finanzielle Anreize und Information, um den Passivhausstandard zu fördern. Gewinnen Sie einen Überblick über die kommunale Praxis in diesem Bereich.

Viele Kommunen bieten zusätzlich zu Bundes- und Landesprogrammen finanzielle Anreize für Bauherren

Finanzielle Unterstützung

Viele Kommunen bieten zusätzlich zu Bundes- und Landesprogrammen finanzielle Anreize für Bauherren, die sich für den Passivhausstandard entscheiden. Dies kann in Form von Zuschüssen oder vergünstigten Darlehen erfolgen. Der Fördermittelcheck von CO2 online gibt einen individuellen Überblick zu Bundes-, Landes- und kommunalen Förderungen.

Einige Kommunen gewähren beim Verkauf kommunaler Grundstücke Preisnachlässe beim Neubau in einem besonders guten energetischen Standard wie dem Passivhausstandard. Die difu-Veröffentlichung „Klimaschutz in der verbindlichen Bauleitplanung“ gibt einen guten Überblick über Möglichkeiten kommunaler Förder- und Beratungsangebote (S. 34 ff.).

Beispiele finanzieller Förderung durch Kommunen:

  • Stadt Frankfurt – Förderung über Zuschuss bzw. zinsloses / -verbilligtes Darlehen
    • Wohnungsbauförderung zur Schaffung von Mietwohnungen: Zuschuss von 500 Euro/ m² (nur in Verbindung mit einem Grunddarlehen aus demselben Programm)
    • Sanierung zum Passivhaus: Erhöhung des Darlehens für die energetische Sanierung um einen Förderbonus in Höhe von € 85 je m² Wohnfläche
  • Stadt HeidelbergFörderung über einen Zuschuss
    • Passivhausneubau 50-100 Euro/m²
    • Begleitung und Zertifizierung durch Passivhausplaner: Zuschuss von 10 % der Kosten
Kommunen können die Vorteile des Passivhausstandards durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt machen

Öffentlichkeitsarbeit

Kommunen können die Vorteile des Passivhausstandards durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt machen. Dies kann in Form von Internetpräsentationen, Videos, Pressemitteilungen, Broschüren, Plakaten, Ausstellungen oder Informationsveranstaltungen geschehen. Die Stadt Heidelberg hat auf diesem Weg für die Passivhaussiedlung Bahnstadt geworben und damit sowohl ihr Klimaschutzengagement betont als auch für einen sehr hohen Bekanntheitsgrad des neuen ökologischen Stadtteils gesorgt.

Eine frühzeitige und intensive Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung kann die Akzeptanz von Käufern und Mietern für energetische Standards, die über den gesetzlichen Anforderungen liegen, deutlich erhöhen. Die Vorbehalte wegen möglicher Mehrkosten können durch die Vermittlung der zahlreichen Vorteile, insbesondere der Einsparpotenziale, ausgeräumt werden. Ideal ist die Kooperation mit erfahrenen Fachpartnern wie Planern, Handwerkern und Energieberatern.

Beratung und Schulung

Kommunen können Bauherren und Architekten auch durch Beratung und Schulungen für den Passivhausstandard gewinnen. Neben Einzelberatungen bieten sich Workshops, (Online-)Seminare und Informationsveranstaltungen an. Ergänzende Materialien wie (Planungs-)Leitfäden, Checklisten oder Förderübersichten können Bauherren zusätzlich unterstützen.

In Städten mit verbindlichen Beschlüssen zum Passivhausstandard erfolgt die Beratung von Vorhabenträgern oft mit dem Ziel, diesen energetischen Standard einvernehmlich festzulegen und in städtebaulichen Verträgen oder Grundstückskaufverträgen verbindlich festzuschreiben. Beim Verkauf städtischer Grundstücke wird die energetische Beratung teils verpflichtend in den Kaufverträgen vorgeschrieben.

Verantwortlich für die Beratung sind in der Regel Bau- oder Umweltämter, kommunale Klimaschutzstellen oder auch externe Partner wie Energieagenturen, Stadtwerke oder von der Kommune beauftragte Energieberater. Auf Grund steigender Energiepreise und der gesetzlichen Neuerungen im Heizungsbereich ist die Nachfrage nach entsprechenden Beratungsangeboten aktuell groß. In der Praxis hat sich gezeigt, dass gerade bei Passivhäusern auch eine spätere begleitende Nutzerberatung sinnvoll ist, um die energetischen Einsparziele vollständig zu erreichen.

Die fachliche Beratung kann auch eine Qualitätssicherung umfassen, bei dem die Bauvorhaben von der Planung bis zur Fertigstellung und auch darüber hinaus z.B. im Rahmen eines Monitorings von der Kommune begleitet werden. Heidelberg hat ein Qualitätsmanagementsystem für die Bahnstadt implementiert (S. 113-116).

Bildnachweis Finanzielle Unterstützung: Pixelio Thorben Wengert; Öffentlichkeitsarbeit: Unsplash Fabian Friedrich; Beratung und Schulung: iStock ridofranz